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Musikschulleiter Dietmar Ruf dirigiert das Jugendblasorchester Bad Waldsee

Schwäbische Zeitung vom 19.10.2015:

Bad Waldsee ist bestes Orchester

Beim Jugend-Blasmusik-Festival in Wilhelmsdorf gewinnt der gastgebende Kreisverband

Pressebericht vom OJF 2015.docx

Das Jugendblasorchester Bad Waldsee unter der Leitung von Dietmar Ruf hatte sich für seinen Auftritt etwas Besonderes überlegt: Zum Hit „Rock mi heut Nacht“ tanzte eine Handvoll junger Männer einen zünftigen Schuhplattler. Das Publikum war außer sich und verlangte eine Zugabe. Yvonne Giwitsch

Wilhelmsdorf sz Einen unterhaltsamen Abend voller Blasmusik, Witz und Esprit erlebten die zahlreichen Besucher beim diesjährigen oberschwäbischen Jugend-Blasmusik-Festival in der Riedhalle in Wilhelmsdorf. Fünf Jugendkapellen aus vier Blasmusikkreisverbänden wetteiferten mit jeweils einem Pflichtstück und einem Selbstwahlstück um die Begeisterung der Jury, des Publikums und um den Sieg des Abends.

Eine Jury, die aus den vier Kreisverbandsjugendleitern sowie dem stv. Landesmusikdirektor Horst Dölle bestand, sowie das Publikum bewerteten die Leistungen und bestimmten den Sieger. Neben der Qualität der Vorträge wurde auch der „Show-Faktor“ des Auftritts berücksichtigt. Die Jury bewertete nach elf Kriterien mit jeweils maximal zehn Punkten.

Angetreten waren das Jugendblasorchester Unlingen aus dem Blasmusikkreisverband Biberach, das Jugendblasorchester Bad Saulgau (Landkreis Sigmaringen), die Jugendkapelle der Musikschule Langenargen und die Jugendkapelle Oberteuringen im Blasmusikkreisverband Bodenseekreis und das Jugendblasorchester Bad Waldsee aus dem gastgebenden Kreisverband Ravensburg.

Die Teilnehmer wurden in der Regel am Tag der Bläserjugend ermittelt: Das Orchester aus dem jeweiligen Kreisverband, das hierbei erfolgreich teilgenommen hatte, vertrat sodann auch den Kreisverband beim Oberschwäbischen Jugend-Blasmusik-Festival.

Als erstes starteten die 47 jungen Musiker aus Unlingen in den musikalischen Wettstreit. Im Rockerstyle betraten sie die Bühne und warteten auf Dirigent Wolfram Halder, der ebenfalls im Rockerdress auf einer „Harley“ hereinkam. Mit vielen kleinen Showelementen untermalten die Jungmusiker ihr Pflichtstück „Hardrock-Stones“ und ernteten tosenden Applaus. Dann ein kurzer Szenenwechsel nach Rio und auch hier hatte das Jugendblasorchester viele kleine Showelemente in petto. Gekonnt heizten die Musiker der JBO Unlingen gleich zu Anfang die Stimmung in der Festhalle auf und schaffen somit die Grundlage für einen abwechslungsreichen Abend.

Die Titelverteidiger aus Langenargen erschienen ganz seriös in ihren Uniformen und bewiesen mit ihrem Pflichtstück, dass sie das Spiel mit Tempo- und Lautstärkenwechsel ebenso gut beherrschen wie kleine Showelemente. Bei ihrem Selbstwahlstück drehten die jungen Musiker dann aber stark auf. Sie präsentierten ein traditionelles Blasmusikstück „Die Fischerin vom Bodensee“. Wer nun ein verstaubtes Volkslied erwartete, der wurde herb enttäuscht: Jung und peppig, flippig im Popstil und als Rap schipperte die Fischerin vom Bodensee über die Bühne, begleitet von gleich zwei Schwänen und von kreativer junger Blasmusik.

„Supergeil“ findet der Landrat

Etwas zu brav dagegen wirkten die 38 jungen Musiker aus Oberteuringen, die vor allem mit ihrem musikalischen Können punkten wollten. Und das präsentierte die Jugendkapelle auch eindrucksvoll und wurde dafür mit viel Applaus belohnt.

Das Jugendblasorchester aus Bad Waldsee unter der Leitung von Dietmar Ruf hatte sich viele Gedanken gemacht, wie sowohl Pflichtwahlstück als auch das frei gewählte Stück begeistern könnten. Mit aquaristischer Kulisse präsentierten sie „beyond the sea“, die Titelmelodie aus dem Film „Findet Nemo“. Mit dem Hit „Rock mi heut Nacht“ rissen die jungen Musiker dann aber ihr Publikum restlos vom Hocker. Mit einem repräsentativen Schuhplattler untermalten einige junge Männer die herausragende Präsentation des Hits. Die geforderte Zugabe konnte jedoch der Chancengleichheit wegen nicht erlaubt werden.

Die Musiker aus Bad Saulgau hatten sich für ein Schlagermedley entschieden, mit wenigen Showelementen wollten sie die Jury von ihrem Können überzeugen. Und dass sie selbst schwierige Übergänge beherrschen, dass zeigte die Kapelle mit ihrem zweiten Stück aus dem Musical „Hair“.

Doch dann ging das Zittern los. Während die fünf Juroren berieten, gaben die Zuhörer ihre Tipps ab. Die Bewertungen wurden zusammengeführt und das Gesamtergebnis ausgewertet. Dabei waren sich Juroren und Publikum im Wesentlichen wohl ziemlich einig und setzten Oberteuringen und Bad Saulgau auf die vierten Plätze. Auf Platz drei landete Unlingen – hinter Titelverteidiger Langenargen. Strahlender Sieger war das Jugendblasorchester Bad Waldsee mit Dirigent Dietmar Ruf.

Landrat Harald Sievers lobte den stimmungsvollen Abend als „supergeil“, Horst Dölle stellvertretender Landesmusikdirektor dankte für die Einigkeit zwischen Publikum und Jury und der Kreisverbandsvorsitzende Rudolf Hämmerle dankte allen Verantwortlichen, den Sponsoren und vor allem den jungen Musikern für ihr Engagement. Die Konzertbesucher dankten mit ihrem Applaus für einen wunderschönen Konzertabend.